Voll unterschätzt – Die Kastanie

Edelkastanien – köstlich & gesund

Edelkastanien haben mehr zu bieten als man glauben mag. (Foto: pixabay)

Brotbaum

Ursprünglich kommt die Edelkastanie aus Kleinasien, sie wurde allerdings schon in der griechischen Antike gepflanzt. Aus ihr konnten schwarzes Brot, Mehl und Suppen hergestellt werden. Die Römer verbreiteten die Kastanie später bis nach England, wo sie vielfältig eingesetzt wurde; als Medizin, zur Herstellung von Honig oder zum direkten Verzehr.

In den Berggebieten war die Edelkastanie besonders im Winter eine wichtige Kohlenhydratquelle. Im 11. – 13. Jahrhundert intensivierte sich der Kastanienanbau aufgrund des Bevölkerungswachstums besonders in Gebieten, in denen kein Getreide angebaut werden konnte. Missernten bedrohten zu der Zeit das Volk. Folgen waren Hungersnöte und geringe Ernteerträge.

Für kleinere Stämme war die Kastanie die Rettung und sie nannten den Baum fortan „Brotbaum“, denn sie konnten aus der Nussfrucht Mehl zum Backen herstellen. Die Kastanie schenkte den Armen das Nötigste, um zu überleben und war somit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. So erhielt die Kastanie mit der Zeit und der Weiterverbreitung in anderen Regionen den Namen „Brot der Armen“. Die Edelkastanie wurde seitdem sehr geschätzt und es hieß, dass ein Kastanienbaum pro Person genüge, um gut durch den Winter zu kommen.

Voll gesund

Anders als viele andere Nüsse enthalten Maronen wenige Kohlenhydrate und vor allem wenig Fett. Durch enthaltene Ballaststoffe und Stärke verfügt die Edelkastanie dennoch über einen hohen Sättigungsgrad.

Edelkastanien enthalten darüber hinaus enorm viele wertvolle Inhaltsstoffe:

B-Vitamine
stärken die Nerven und helfen bei körperlicher und geistiger Erschöpfung

Aminosäuren
fördern das Einschlafen

Kalzium
stärkt die Zähne und den Knochenaufbau

Kupfer
stärkt das Nerven- und Immunsystem, fördert eine gesunde Haut und verbessert nachweislich die Hirnfunktion

Voll beliebt

In Deutschland sind Maronen fast ausschließlich auf den Weihnachtsmärkten bekannt. In Frankreich und Italien sieht das hingegen anders aus. Hier gelten Edelkastanien – und insbesondere Maronen – als edle Beilage mit würzig nussigem Geschmack. Meistens werden sie als Füllung oder Beikost zu Wildgeflügel oder anderen herbstlichen Fleischgerichten genutzt. Einige Köche schwören sogar auf die Kastanie als vollwertigen Kartoffel-Ersatz.

Voll faul

Etwa 60 % des Verkaufspreises macht die Ernte der Kastanie aus. Sie ist damit der teuerste Teil der Kastanienproduktion. Da liegt es natürlich nahe, Kastanien bei einem Spaziergang im Wald selber zu sammeln und so das Portemonnaie etwas zu entlasten. Gäbe es da nicht einen Nachteil: Werden die Edelkastanien nicht bereits am selben Tag verarbeitet, fangen sie schnell an zu faulen.

Auch bei der Kastanienproduktion müssen die Früchte schnell verarbeitet werden. Dazu werden traditionelle Techniken (Dörren, Trocknen) oder industrielle Techniken (kalte Wasserbäder, Erwärmung, Sterilisation) angewendet, stets mit dem Augenmerk darauf, die geschmacklichen Eigenschaften und die Nährwerte der Früchte möglichst lange zu erhalten. In der Industrie werden die Kastanien meist in Kühlzellen gelagert, sodass der Zuckergehalt zu- und der Stärkegehalt abnimmt.

Eine Konservierung kann natürlich auch bei selbst gesammelten Kastanien durchgeführt werden, ist allerdings verhältnismäßig aufwendig: Weichen Sie die Kastanien zwei Tage lang in kaltem Wasser ein. Die Kastanien, die schon schlecht oder wurmig sind, schwimmen an der Oberfläche und können direkt aussortiert werden. Anschließend müssen die Kastanien gut getrocknet werden, sodass sich auch außen, am Rand der Kastanie, keine Feuchtigkeit mehr befindet. Zum Schluss werden sie in einen Eimer mit trockenem Sand bedeckt. Den Eimer gut verschließen und fertig ist die Konservierung.

Zubereitung

Rösten

Die Röstmethode ist am beliebtesten und schonendsten. Bei großer Hitze und ohne Fettzugabe bleibt das süßliche Aroma der Esskastanie am besten erhalten. Vorher muss allerdings die Schale an der Spitze des Kastanienendes kreuzweise aufgeschnitten werden. Andernfalls könnte die Kastanienschale explodieren, weil sich die Samen später ausdehnen. Für 20 – 25 Minuten können die Kastanien im Backofen (200 °C) gegart werden.

Kochen

Nicht ganz so verbreitet wie das Rösten ist die Zubereitung im Wasserbad. Vorteil bei dieser Methode: Nach dem Kochen lässt sich die Haut der Kastanie am einfachsten von der Frucht entfernen. Durch das sprudelnde Wasser geht allerdings auch etwas vom Geschmack verloren.

Auch beim Kochen empfiehlt es sich, die Kastanien vorher kreuzweise einzuschneiden. Nach 30 – 40 Minuten Kochen sind sie verzehrfertig.

Rösten & Kochen

Ideal ist eine Kombination beider Zubereitungsmethoden, da so die jeweiligen Vorteile miteinander verbunden werden können. Zuerst die Maronen einen Moment rösten und danach einige Minuten im Salzbad kochen. Dabei wandelt sich der hohe Stärkeanteil in Zucker um.

TIPP: Servieren Sie die Kastanien heiß mit Butter und Salz, weil sie sonst ziemlich trocken sind. Guten Appetit!

Kastanien in der Hosentasche

Ein Volksglaube im 16. Jahrhundert besagte, dass Rheumatismus und Gicht behandelt werden können, wenn man eine Rosskastanie in der Hosentasche mit sich trägt. Bewiesen wurde der Mythos zwar nicht, dennoch hat er einen wahren Kern: Kastanien können eine enorme Hitze entwickeln; wo sie gelagert werden, erhöht sich die Raumtemperatur spürbar. So ist es durchaus möglich, dass die entstehende Wärme in der Hosentasche zur Linderung der Gelenkschmerzen führte. Die ihr zugeschriebenen „magischen Kräfte“ besitzt die Kastanie allerdings nicht.

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