Die Organspende

Wichtige Fakten zum Thema Organspende vom Apotheker Ihres Vertrauens

Organspendeausweis (Foto: ©fovito/Fotolia)
Organspendeausweis (Foto: ©fovito/Fotolia)

Seit in den fünfziger Jahren erstmalig eine Niere transplantiert, das heißt „verpflanzt“ wurde, und erst recht nach der ersten erfolgreichen Herztransplantation durch den Südafrikaner Christiaan Barnard 1967, geriet das Thema Transplantationsmedizin in die Schlagzeilen der Weltpresse und der damaligen Massenmedien. Will man transplantieren, braucht man ein Spenderorgan und einen Organspender; seit dieser Zeit ist also der Bedarf ständig gestiegen und das Angebot an Spenderorganen stark hinter dem Bedarf zurückgeblieben.

Will man sich dieser Thematik annähern, so wird zunächst ganz schnell klar, dass es eine Unterscheidung geben muss zwischen Lebendspenden und Spenden „post mortem“, also nach dem Tod. Nur wenige Organe kann man ja als Lebender spenden, ohne selbst das Leben zu verlieren: es gibt nur bei den paarig angelegten Nieren und Lungen diese Möglichkeit, ebenso aber bei der Leber, die nachwächst, wenn man sie teilt.

Interessante Organspenden

Ein prominenter Organspender ist unser Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der 2010 eine Niere seiner Ehefrau Elke Büdenbender spendete. Überlebte der erste Mensch, der ein Spenderherz erhielt, nur 18 Tage mit dem neuen Organ (der oben erwähnte Nierenempfänger von 1954 allerdings acht Jahre), so ist heute die Überlebensrate weitaus besser geworden. Woran liegt das und was sind die prinzipiellen Probleme, die bei einer Transplantation auftauchen?

Transplantation

Die beiden Menschen, die die Nieren teilten, waren eineiige Zwillinge. Im Gegensatz dazu war der von Dr. Barnard operierte Mensch, der das Spendenherz erhielt, mit dem Spender nicht verwandt. Das sind schon einmal zwei grundverschiedene Ausgangspositionen: hier die größtmögliche verwandtschaftliche Nähe zweier Menschen, dort gar keine Verwandtschaft. Wir wissen alle, dass es schon bei einer Blutübertragung wichtig ist, das Blut eines Menschen zu bekommen, der eine Blutgruppe hat, die sich mit der des Empfängers verträgt, und so ist es auch bei den Organen, die verpflanzt werden sollen: unser Immunsystem stößt als fremd erkanntes Eiweiß ab. So muss also erst die Verträglichkeit des Spenderorgans mit dem Empfängerorganismus abgeglichen werden, dann aber muss nach geglückter Transplantation das Immunsystem des Empfängers lebenslang durch geeignete Medikamente in seiner Aktivität zusätzlich gedämpft werden, damit es möglichst nicht zu einer Abstoßungsreaktion des Organismus gegen das fremde Organ kommt. Und hier öffnet sich dann ein Dilemma: je stärker die Immunsuppression (Unterdrückung der Immunreaktion), desto größer wird die Gefahr, an einer ganz banalen Erkrankung zu sterben, weil die Abwehrkräfte praktisch ausgeschaltet sind wie eine Armee, die man in die Kaserne eingeschlossen hat. So ist der erste Herztransplantierte auch an einer Lungenentzündung gestorben, die man nicht mehr medizinisch in den Griff bekommen hat.

Die Ärzte, die eine Transplantation vornehmen, stehen also immer zwischen diesen zwei Polen:
Erhöhung der Sicherheit des Patienten in Bezug auf Annahme (Einwachsen des Organs) und Erhalt des Organs einerseits und Berücksichtigung der Infektanfälligkeit auf der anderen Seite infolge der Abwehrschwäche. Es ist jedoch seit den ersten Anfängen ein halbes Jahrhundert vergangen, die Transplantationsmediziner beherrschen ihr Handwerk inzwischen sicher und haben mannigfaltige Erfahrungen sammeln können.

Sehr gute Vorraussetzungen

So darf es heute als gesichert gelten, dass unser Außenminister nach seiner Nierenspende die gleiche Lebenserwartung hat wie ein Mensch mit zwei Nieren, während seine Frau sicherlich gemeinsam mit ihm das Rentenalter erreichen und auch noch einige Jahre mit ihm gemeinsam genießen wird, denn vieles war bei ihnen optimal: Wenn wie im Fall von Frank-Walter Steinmeier die Blutgruppe zwischen Spender und Empfänger übereinstimmt, sind die Voraussetzungen extrem gut.

Die Erfolgsrate für eine solche Operation an der Charité liegt nach fünf Jahren bei 96 bis 97 Prozent. Bei dem Ehepaar passte allerdings weit mehr als nur die Blutgruppe.Ein weiterer Test, bei dem Mediziner die weißen Blutkörperchen von Mann und Frau auf eine mögliche immunologische Abwehrreaktion prüfen, zeigte: Das Spenderorgan von Steinmeier ist nahezu optimal. Durch diese gelungene Operation wurde das Thema Organspende 2010 ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, und die Bereitschaft für Lebendspenden nahm dadurch deutlich zu.

Edeka Kempken Arzt Schild Organspende (©contrastwerkstatt/Fotolia)
(©contrastwerkstatt/Fotolia)

Vorurteile beseitigen

Die Menge an post mortem gespendeten Organen dagegen nimmt seit Jahren leider nicht entsprechend zu. Verantwortlich dafür ist natürlich auch unter anderem die (erfreulicher Weise!) sinkende Zahl der Verkehrstoten in unserem Land, allerdings auch Misstrauen, Ängste und Unwissen. Nieren sind daher so knapp, dass in Deutschland die Wartezeit dafür fünf bis sieben Jahre beträgt. Jahre, während der die Patienten drei- bis viermal in der Woche zur Dialyse müssen und sich ihr Gesundheitszustand stetig verschlechtert. Der Dialyseapparat übernimmt die Entgiftungsfunktion der Nieren, ist aber nur etwa ein Zehntel so effektiv wie das natürliche Organ. „Die Dialyse schädigt die Organe, zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System“, erklärt Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Er hält es für richtig, wie im Fall Steinmeier, zu einem frühen Zeitpunkt die Entscheidung für eine Lebendspende zu treffen. Dazu möchte Sie unser Artikel ermuntern und die Akzeptanz für den Gedanken „ich spende meine Organe!“ erhöhen. Räumen wir also zunächst mal die Vorbehalte gegen Organspenden aus! Viele Menschen, die vielleicht zur Organspende bereit wären, haben vielleicht die folgenden Stichworte im Kopf: Skandal in Göttingen und Essen und illegaler Organhandel.

Vor wenigen Jahren kam im Uniklinikum Essen (so ist meine Erinnerung) ein Vorfall ans Tageslicht: Ein Arzt, der auch viele Prominente operiert hat, soll anscheinend gegen eine Geldspende an einen Förderverein des Klinikums die Warteliste manipuliert haben und so zahlungskräftige Patienten (gegen alle ärztliche Ethik) bevorzugt haben. Danach kamen noch einige weitere deutsche Transplantationszentren in Misskredit, wo ähnliche Vorwürfe laut wurden. Dass solche Anschuldigungen nicht dazu geeignet waren, das Vertrauen in das gesamte Verfahren der Transplantationsmedizin zu stärken, ist jedem klar. Dennoch ist seitdem vieles geschehen, um dieses Vertrauen wieder herzustellen und die Zahl der Organspenden in Deutschland zu steigern, und so langsam scheint sich diese Arbeit zu lohnen.

Regelung der Organspende

Wie ist die Organspende in Deutschland gesetzlich geregelt? In Deutschland regelt das Transplantationsgesetz den Rahmen für die Mediziner, die sich mit Transplantationen beschäftigen. Kurz gefasst hat sich Deutschland auf eine sogenannte „Zustimmungsregelung“ geeinigt, d. h. jeder Mensch, der für eine Organspende infrage kommt, muss sein Einverständnis erklärt haben oder die Verwandten können sich (falls der Tote nichts vor seinem Tod geregelt hat) für eine „post-mortem“-Spende einverstanden erklären. Nähere Einzelheiten sowie Organspenderausweise erhalten Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA.de) oder der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO.de).

In einigen anderen Ländern ist es umgekehrt, und die Organentnahme wird vereinfacht: wer nichts geregelt hat, ist Organspender; so war es beispielsweise in der DDR und ist es heute noch in Österreich, übrigens auch für Ausländer. Jeder von uns kann in die Lage kommen, dass er nur durch eine Organspende sein Leben retten kann, daher sollten wir ohne zu zögern den Organspenderausweis
anfordern und ausfüllen!

Kategorie:

Gesundheit

Sommer, Sonne, Sonnenbrand? (Foto: Pixabay)

Sommer, Sonne, Sonnenbrand?

Worauf wir achten sollten, wenn wir den heißen Sommer genießen.

Sport ist gut für die Gesundheit, nach jedem Sport dehnen Edeka Kempken

Sport im Frühling

woher bekomme ich die Motivation und wie fange ich an?

Gesundheit Edeka Kempken Gartenarbeit

Gartenarbeit

Darauf sollten Sie achten:

Ausgabe:

17 - Okt. 2015

Sie haben entschieden: Kemp‘s

Das Voting für den Biernamen ist eindeutig ausgefallen.

Kurz Görtz von der Wein-Agentur Görtz (5. v.l.) und Sabine Kempken (6. v.l.) mit den Gewinnern. (Foto: © EDEKA Kempken)

Gewinner Sommer 2015

Die glücklichen Gewinner des letzten Edeka Kempken Gewinnspiels.

(v.l.) Ersin Znegin, Angelique Jobst, Sabine König, Manuel Walt, Adrijane Sejdiu, Andre Miterski, Christian Junk, Jennifer Kunz. (Foto: © EDEKA Kempken)

Unsere neuen Azubis

Wir stellen Ihnen die neuen Auszubildenden der Edeka Kempken Märkte vor.