“Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken”

Herr Kliemt und das Bier von Damals und Heute.

Prost! - Herr Kliemt, 3-Sterne-Diplom-Biersommelier, Bierbotschafter IHK und offizieller Bierbotschafter Tourismus NRW. (Hintergrundfoto: © Fotolia.de / Brent Hofacker)
Prost! - Herr Kliemt, 3-Sterne-Diplom-Biersommelier, Bierbotschafter IHK und offizieller Bierbotschafter Tourismus NRW. (Hintergrundfoto: © Fotolia.de / Brent Hofacker)

Dem Ausspruch Martin Luthers ist eigentlich nichts hinzuzufügen. So zeugt er davon, dass Bier seit jeher als Grundnahrungsmittel konsumiert wurde und uns als kulturelles Selbstverständnis seit vielen Generationen begleitet.

Aus gesundheitlichen Gründen wurde Bier schon im Mittelalter dem oftmals verschmutzten und verkeimten Wasser vorgezogen. Unbedenklich wurde der Gerstensaft durch das Kochen des Wassers, wodurch Keime und zum Beispiel Kolibakterien abgetötet wurden. So wundert es auch nicht, dass man schon kleinen Kindern Bier zu trinken gab.

Im Laufe der Zeit hat sich das Verständnis und die Einstellung zum Bier mehrfach geändert. Vom stärkenden Lebensmittel für alle Schichten und Altersklassen im Mittelalter, dem verteufelten Getränk im 19. Jahrhundert (Pauperismus) bis zum einfachen Getränk für die Arbeiterschicht hat Bier einen unvergleichlichen Imagewandel mitgemacht. Seit circa fünf Jahren wird Bier in Deutschland zunehmend als Genussmittel gesehen. Dafür sorgen besonders neu entstandene Brauereien, die mit ihren sogenannten „Craftbieren“ eine Diversifizierung des Bierangebots vorantreiben. Und das, obwohl ihnen nach deutschem Biergesetz nur vier Zutaten zum Bierbrauen erlaubt sind.

Entstanden ist die Craftbierbewegung in den USA, wo es tatsächlich eine „Bierarmut“ gab, weil die wenigen Braukonzerne geschmacklich kaum unterscheidbare Industriebiere produzierten. Dass diese Bewegung erst nach über 20 Jahren auch in Deutschland angekommen ist, hat einen einfachen Grund. Wir haben schon immer eine vielfältige Bierkultur und regional geprägte Brauereilandschaft gehabt, so dass eine Bierrevolution, wie sie jetzt im Ausland, allen voran in den USA betrieben wird, nicht zwingend notwendig erschien. Was aber der Bierszene gut tut, ist die Unbedarftheit und Experimentierfreudigkeit der jungen wilden Brauer, die es schaffen, auch innerhalb des Reinheitsgebots Biere zu kreieren, die weitab des bekannten Geschmacks liegen.

Hopfen und Malz, Gott erhalt´s

Das heute in Deutschland gültige Biergesetz basiert auf dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516. Demnach dürfen nur die vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zur Herstellung eines reinen Bieres verwendet werden. Dass es dennoch so viele verschiedene Biere gibt, liegt an der Tatsache, dass die Brauer bei ihren Kreationen aus über 80 Malzen, 180 Hopfensorten und über 100 Hefestämmen wählen können.

Und selbst die Wasserqualitäten sind verschieden und sorgen für Geschmacksunterschiede. Berücksichtigt man zudem die unterschiedlichen Brauverfahren, lassen sich über 24 Milliarden verschiedene Geschmacksvarianten berechnen, erläuterte jüngst Georg Schneider VI., Bräu von Schneider Weisse aus Kehlheim. Da haben die knapp 1400 deutschen Brauereien noch viel zu tun, denn zur Zeit produzieren sie gerade einmal um die 7000 verschiedene Biere. Doch auch diese Zahl ist beeindruckend, wenn wir uns vor Augen halten, dass wir so schon über 19 Jahre lang jeden Tag ein anderes Bier trinken können. Die uns gebotene deutsche Biervielfalt sollten wir also nutzen und uns auf eine „Bierreise“ begeben, die weltweit einmalig und unvergleichlich ist.

ProBier-Pakete vom ProBier-Club.de
ProBier-Pakete vom ProBier-Club.de

Als Reiseleiter empfehle ich Ihnen hiermit gerne den ProBier-Club.de, der seit 18 Jahren spezielle Bierpakete kleinerer deutscher Brauereien schnürt.
Dort erhalten Sie jeden Monat ein Paket mit Bieren und die ProBier-Zeitung mit Infos zu den Brauereien und Bieren und darüber hinaus auch Speiseempfehlungen und Kochrezepte.

Cocktail, Pils oder Alt?

Bier schmeckt immer! Auf Partys greifen wir in der Regel einfach und unreflektiert zu dem Bier, das dort gerade angeboten wird. Wer sagt zu Freibier schon Nein? Mehr Gedanken sollten wir uns allerdings machen, wenn wir ein Getränk gezielt zum Essen auswählen. Es muss nicht immer Weißwein zu Fisch oder Rotwein zum Steak sein. Nein, nein. Mit Bier geht es auch, sogar noch viel besser! Doch müssen wir schauen, dass die Aromen von Bier und Speise harmonieren oder sich sogar geschmacklich angenehm verstärken.

Cocktail mit Kemp‘s

Planen Sie ein schönes Essen mit Bier? Dann machen Sie sich zunächst Appetit mit einem Biercocktail:
Ein Glas mit 20 cl Kemp´s Edel Pils füllen und 2 cl Aperol langsam dazu gießen. Fertig ist Ihr „Churchill“.

Kemp's Edel Alt und Edel Pils
Kemp’s Edel Alt und Edel Pils

Kemp´s Edel Pils

Versuchen Sie zum Beispiel Kemp´s Edel Pils als flüssigen Begleiter zu Meeresfrüchten und Pasteten. Gegrillter Fisch passt hervorragend zum Edel Pils. Oder Schafkäse, Sauermilch- und Frischkäse. Die Zitrusnoten und leicht herben Aromen des Edel Pils harmonieren sehr gut mit den Zitrusaromen und leicht sauren Noten der Speisen. Zudem sorgt die erfrischende Rezenz der belebenden Kohlensäure für ein tolles Mundgefühl.

Kemp´s Edel Alt

Ein schönes obergäriges Alt gehört für mich ins Glas, wenn ich zum Beispiel einen frisch gegrillten Burger mit Bacon auf dem Teller habe. Röstaromen im Bier, die durch die Zutat dunkler Malze ins Edel Alt kommen, kombiniere ich gerne mit Röstaromen der Speisen. Und davon haben wir reichlich in Frikadellen, Bacon und Steaks. Die leicht fruchtig süßlichen Aromen der Bierhefe harmonieren wiederum mit den Aromen in Wildgerichten. Und Geschmacksexplosionen ergeben sich bei der Kombination von Edel Alt, reifem Gouda und kräftig nussigem Camembert. Sogar zu Schoko-Nusskuchen schmeckt das Edel Alt.

Allein beim Gedanken an gutes Bier und gutes Essen läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
Prost Mahlzeit!
Ihr Matthias Kliemt

Kategorie:

Bier

Matthias Kliemt - Dipl.-Ing., Bierbotschafter IHK 3-Sterne-Diplom-Biersommelier. Offizieller Bierbotschafter für das Reiseland NRW

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