Gesunde Rosskastanien

Apotheker Karl Bedau schreibt über die Kastanie und seine medizinische Wirkung.

Rosskastanien
Rosskastanien sollten zwar nicht gegessen werden, haben aber dennoch eine medizinische Wirkung. (Foto: pixabay)

von: Karl Bedau – Löwenapotheke

ich bin diesem Krefelder Vorort mit Leib und Seele verbunden und liebe seinen unvergleichlichen Charakter, der dadurch gekennzeichnet ist, dass er zwischen der Kempener Platte und dem Hülser Bruch liegt und gleichzeitig dieses eher ländliche Leben mit der Anbindung an die Großstadt verbindet. Oft bin ich im Hülser Bruch unterwegs, sei es als Spaziergänger mit dem Hund, als morgendlicher Jogger oder als Radfahrer. Gerade in diesen Tagen ist der Weg dorthin am Sportplatz vorbei mit braun werdendem Laub gepflastert.

Es sind die Kastanien, die dort als Alleebäume stehen und als erste Bäume im Herbst ihre Blätter abwerfen, aber nicht nur das: auch die Früchte, die stachligen grünen Kugeln mit den braunen Samen, liegen auf Fußweg und Straße.

Ich weiß noch gut, wie ich als Grundschüler mit meinen Freunden losgezogen bin, um die Kastanien aufzulesen. Säckeweise haben wir sie in der damals noch in Hüls aktiven Arzneimittelfabrik TRUW abgegeben und damit unser Taschengeld aufgebessert. Rosskastanien enthalten nämlich arzneilich wirksame Inhaltsstoffe, die aus den Samen extrahiert werden. Das wussten auch schon die Türken, die diese Pflanze mit ihrem Heer nach Europa gebracht haben. Sie verwendeten die Rosskastaniensamen als Pferdefutter, das sich relativ leicht mitführen ließ (es ist nicht so leicht verderblich wie Heu oder Hafer und hat einen recht hohen Energiegehalt im Verhältnis zum Gewicht).

Auch wusste man damals schon, dass die Rosskastanien eine Wirkung gegen den Husten bei Pferden haben. Für den menschlichen Verzehr sind sie allerdings ungeeignet.

Viel früher schon wurde aus dem Mittelmeerraum die Esskastanie eingeführt, die mit der Rosskastanie nur sprachlich, aber nicht biologisch eng verwandt ist. Die Früchte sehen denen der Rosskastanie sehr ähnlich, sind – wie der Name schon aussagt – essbar und waren deshalb früher oft im Alpenraum und in anderen Gebirgsregionen ein wichtiges, weil kostenlos verfügbares Nahrungsmittel der ärmeren Bevölkerungsschichten.

Edel- oder eben Esskastanien werden auch bei uns im frühen Winter und in der Adventszeit oft in Fußgängerzonen oder auf Weihnachtsmärkten in geröstetem Zustand angeboten. Sie werden dann warm gegessen und haben ein süßlich-nussiges Aroma. In Frankreich und Italien kursieren viele Koch- und Backrezepte mit Esskastanien, wobei auch hervorzuheben ist, dass man aus ihnen ein glutenfreies Mehl herstellen kann für Menschen, die unter der Krankheit „Zöliakie“ leiden.

Aber nun noch einmal zurück zur Rosskastanie: Außer als natürliches Bastelmaterial für Kinder werden die Samen des Rosskastanienbaumes immer noch zur Gewinnung des Aescins, das als venenaktiver pharmazeutischer Wirkstoff einen guten Stellenwert hat, verwendet. Hier eignen sich allerdings neben Salben und Cremes hauptsächlich Arzneimittel zur innerlichen Anwendung, die auf einen Mindestgehalt standardisiert sind. Die Therapie muss dann dauerhaft erfolgen, weil Venenbeschwerden zu den chronischen Erkrankungen zählen.

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