Das PLOPP kehrt zurück

nach jahrzehntelanger Stille

Plopp Flaschen Bier Edeka Kempken
Bierflaschen mit Bügelverschluss - der neu Trend und sehr beliebt.

In den vergangenen fünf Jahren ist der Marktanteil der sogenannten „Plopp-Flaschen“ – also Bierflaschen mit Bügelverschluss – um mehr als 10 % gestiegen. Damit hätten vor 30 Jahren sicherlich nur die wenigsten gerechnet. Aber woher kommt der aktuelle Trend und was unterscheidet den Bügelverschluss vom heute zum Standard gewordenen Kronkorken?

Bierflaschen aus Glas

Wir reisen etwa 240 Jahre zurück, ins Jahr 1780. In Deutschland kamen Glasflaschen in Mode und verdrängten die zuvor genutzten Lederbeutel und Stein- oder Glaskrüge. Schraubverschlüsse mit Innengewinde und Schraubstopfen aus Hartgummi lösten die draht- oder schnurumwickelten Korken ab, diese waren nämlich sehr schwer zu öffnen. Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt boomte der Bierverzehr vor allem auf Baustellen. Bis zu 8 l sollen die Arbeiter pro Schnitt durchschnittlich zu sich genommen haben.

Die Geburt des Plopp

Ihren endgültigen Durchbruch konnte die Glasflasche allerdings erst 100 Jahre später – im Jahr 1875 – feiern; dank des bis heute bekannten Bügelverschlusses. Der geniale Patentverschluss hielt die Flasche dicht und war einfach zu öffnen.
Auch über lange Strecken konnte das Bier transportiert werden, während die zuvor verwendeten Verschlüsse der Ton- und Glasflaschen dem Druck der Kohlensäure im Bier selten standhielten. In Verbindung mit der Glasflasche wurde der Bügelverschluss somit zum ersten Massenprodukt der Industriegeschichte und zum Ausgangsprodukt der modernen Verpackungsindustrie. Besonders beliebt bei den Verbrauchern war die Wiederverschließbarkeit der Flasche. Das führte aber wiederum zu einem großen Problem: Einmal ausgetrunken, wurden die Plopp-Flaschen als Lagerungsgefäß genutzt und mit Säuren, Laugen oder sonstigen giftigen Flüssigkeiten gefüllt. Das führte wiederum zu hygienischen Problemen, denn zu 100 % ließen sich die Flaschen nicht reinigen, bevor sie wieder mit neuem Bier gefüllt wurden. Und zum Wegwerfen waren die von Hand hergestellten Flaschen zu wertvoll. Die aufwendige und unzulängliche Reinigung war es dann auch, die dem „Plopp-Verschluss“ später zum Verhängnis wurde. Aber dazu später.

Der Kronkorken

Nur 17 Jahre nach dem Siegeszug des Bügelverschlusses machte die Erfindung des Kronkorkens von sich reden. Beziehungsweise: Sie hätte von sich reden machen können, tat es aber erstmal nicht. Seit seiner Erfindung 1892 wurde sie kaum beachtet. Das änderte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg. Der Grund: Für die gestiegenen Hygieneansprüche war der Bügelverschluss nicht ausgerichtet. Neben der nicht zufriedenstellenden Reinigung sorgte auch die Gummidichtung für Probleme, denn die leierte nach mehrmaligem Nutzen so stark aus, dass sie die Flasche nicht mehr dicht halten konnte. Beste Gelegenheit als für den vorzeitigen Siegeszug des Kronkorken. Gerade für die Massenproduktion bot sich das weniger aufwendige Verschlusssystem an: schnelleres Abfüllen, geringerer Verschleiß, einfacheres Reinigen, bessere Dichtung, günstigere Produktion.

Beinhart wie n Rocker

Während der Bügelverschluss fast komplett vom deutschen Biermarkt verschwand, wurden die alten Schwachpunkte durch technische Weiterentwicklung beseitigt. Zwar ist das Abfüllen bis heute langsamer als bei Kronkorken-Flaschen, aber hygienische Bedenken müssen wir dank ausgefeilter Flaschenanalyse-Systemen nicht mehr haben. Blieb nur die Frage: Wie schafft man es, einen bereits vom Markt verdrängten Verschluss neu zu etablieren? Die Antwort kam in den 80er Jahren, ganze ohne die Marketingabteilungen der Brauereien:

Das Ploppgeräusch beim Öffnen den „Bölkstoffes“ in den Werner-Comics erreichte nach kurzer Zeit Kultstatus. Heute vermittelt dieses Ploppen etwas Nostalgisches, die Interaktion mit der Bierflasche wird schon vor dem Trinken zelebriert. Auch wenn die praktischen Aspekte – das Wiederverschließen von Flaschen und das Öffnen ohne Hilfsmittel – sicherlich ihren Anteil dazu beigetragen haben, das charakteristische Geräusch beim Bieröffnen dürfte der Hauptgrund dafür sein, weshalb viele kleinere Brauereien wieder vermehrt auf den traditionellen Verschluss setzen. Das erkannte auch die Flensburger-Marketingabteilung ziemlich schnell: Mehr als vier Millionen Euro investierte die Brauerei, um die „Plopp-Quote“ zu erhöhen, also die Anzahl der Verschlüsse, die beim Öffnen auch wirklich ein Geräusch machen. Heute sind das etwa 99,6 %. Nachdem Flensburger lange Zeit als einziger größerer Anbieter dieser Verschlussart galt, gewinnen heute nach und nach auch andere Marken an Marktanteil. Kein Wunder, schließlich steigt die Nachfrage nach regionalen, kleinen Bieren mit dem gewissen Extra. Und dazu zählt natürlich auch das nostalgische Ploppen, das vielen Bieren eine gewisse Individualität verleiht.

Kategorie:

Lebensmittel / Regionales

Foto: Pixabay

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28 – Juli 2018

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