Brüggener Brokkoli

Brokkoli aus regionalem Anbau? Klar geht das, in Brüggen-Haverslohe bei Martin Winzen.

Martin Winzen und sein Sohn Fabio bei der Ernte auf einem ihrer Brokkoli-Felder.
Martin Winzen und sein Sohn Fabio bei der Ernte auf einem ihrer Brokkoli-Felder.

Milch, Rhabarber & Brokkoli

Seit knapp 25 Jahren wird auf den Feldern des landwirtschaftlichen Betriebs Martin Winzen in Brüggen-Haverslohe Gemüse angebaut. Dabei besteht der Familienbetrieb in dem etwa 30 km von Krefeld entfernten Örtchen schon wesentlich länger.

Martin Winzen ist 50 Jahre alt und somit seit 1968 auf dem Hof nahe der holländischen Grenze beheimatet. Nur vier Jahre vor seiner Geburt gründete sein Vater Matthias Winzen den Landwirtschaftsbetrieb. Erfahrung konnte Matthias Winzen von seinem ehemaligen Betrieb in Kaarst mitnehmen, wo er jahrelang Rhabarber anbaute. In Brüggen-Haverslohe erweiterte er seine Tätigkeiten, schaffte sich Kühe an und setzte zusätzlich auf Milchwirtschaft.

Anfang der 90er übernahm Martin Winzen dann den Hof von seinem Vater. Jung und motiviert sah er sich nach einem weiteren Standbein um. Durch einen Kollegen wurde er dazu ermutigt, den Anbau von Brokkoli zu testen. Zu diesem Zeitpunkt erlebte das grüne Kohlgemüse einen kleinen Boom, sodass das Experiment schnell mit Erfolg gekrönt war. Aus den anfangs zwei bis drei Hektarn Anbaufläche wurden in den nächsten Jahren 60 ha; damit nimmt der Brokkolianbau den größten Teil des insgesamt 80 ha großen Betriebs ein. Trotz dieser Entwicklung zählt Martin Winzen weiterhin auf die Milchwirtschaft – insgesamt 260 Kühe (plus die gleiche Anzahl an Nachzucht) zieren seine Wiesen.

Geändert hat sich in den knapp 25 Jahren allerdings nicht nur die Menge an angebautem Brokkoli, auch seine Anbautechnik, die Ernte und die Weiterverarbeitung wurden immer wieder zielorientiert überarbeitet. Waren es früher noch mehrere Brokkolianbauer, kann man die Betriebe in der Region von Martin Winzen mittlerweile an einer Hand abzählen. Genauer gesagt an zwei Fingern.

6 Monate frischen Brokkoli

Die ersten Brokkoli-Pflanzen werden Anfang März mithilfe einer dreireihigen Pflanzmaschine auf die Felder gebracht. Bis Ende Juli erfolgt wöchentlich eine neue Pflanzung. Nach etwas mehr als drei Monaten ist der Brokkoli erntereif. Eine Belieferung des Marktes mit hiesigem Brokkoli ist also für die Zeit von Mitte Juni bis November garantiert.

Die Familie Winzen wird dabei von vier Festangestellten und im Laufe der Saison von einem Dutzend Saisonarbeitskräften unterstützt, die insbesondere bei der Ernte kräftig mithelfen.

Vom Feld in den Markt

Zwar gibt es wie bei jedem Gemüse auch bei Brokkoli eine gewisse Sortenauswahl, die Vielfalt ist allerdings sehr begrenzt. Gerade in Bezug auf den niederrheinischen Standort und die Bodenverhältnisse kommen nur wenige Sorten in Frage. Viel Spielraum hat der Familienbetrieb daher nicht.

Auch die Größe der zu erntenden Pflanzen ist vorgegeben: 500 g sollen die Brokkoliköpfe haben. Wenn dieses Gewicht erreicht ist, fährt Martin Winzen mit seinem Team aufs Feld. Den Brokkoli schneiden sie per Hand ab; dabei ist auch ein gutes Augenmaß gefragt, ab wann der Brokkoli erntereif ist und das gewünschte Gewicht erreicht hat. Über ein Förderband gelangt der frisch abgeschnittene Brokkoli dann zu einem Erntewagen, wo er ganz locker in Großkisten fällt.

Sobald der Wagen bis oben hin gefüllt ist, fährt dieser unverzüglich ins Kühlhaus. Für eine lange Haltbarkeit ist das schnelle Herunterkühlen auf 3 – 4 °C notwendig. Auch der zeitnahe Transport des Brokkolis ist entscheidend, schließlich hält dieser sich nur wenige Tage. Bevor er am nächsten Tag allerdings auf Reisen gehen kann, wird er von Mitarbeitern auf einem Sortierband untersucht. Weist der Brokkoli Beschädigungen oder unschöne Stellen auf, wird er rigoros aussortiert, andernfalls kommt er auf eine Waage und anschließend auf den Verpacktisch.

Heute ist es üblich, jeden Brokkoli einzeln zu folieren, das vereinfacht die Handhabe der Kunden und hat einen positiven Effekt auf die Haltbarkeit. Als Martin Winzen mit dem Brokkoli-Anbau anfing, verpackte er den Brokkoli noch lose in 6 kg-Gebinden. Später versuchte er sich am sogenannten Eisbrokkoli: Kurz vor der Auslieferung wurde jedes Gebinde mit 2 kg Scherbeneis bedeckt, sodass die Frische und Haltbarkeit verbessert wurde. Vor ca. zehn Jahren wurde diese Methode dann von der noch heute übliche Einzelfolierung abgelöst.

Nach seiner Folierung ist der Brokkoli dann auch fast an seinem Ziel angekommen. Ein Teil wird nach Herongen zur Versteigerung transportiert, ein anderer Teil findet direkt den Weg in den Einzelhandel; selbstverständlich auch die nahegelegenen Edeka Kempken-Märkte in Krefeld und Umgebung.

Frischer Wind

Die dritte Generation des Familienbetriebs steht bereits in den Startlöchern. Sohn Fabio besucht zurzeit die Fachschule für Agrarwissenschaft, welche er voraussichtlich nächstes Jahr abschließen wird. Danach möchte er voll in den elterlichen Betrieb einstiegen. Und wer weiß, vielleicht wird Fabio, ähnlich wie sein Vater Martin in den 90ern, auch frischen Wind auf den 80 ha großen Betrieb bringen.

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