Bier selber brauen

Vom Bierliebhaber zum Hobbybrauer

Matthias Kliemt - Dipl.-Ing., Bierbotschafter IHK 3-Sterne-Diplom-Biersommelier. Offizieller Bierbotschafter für das Reiseland NRW
Matthias Kliemt - Dipl.-Ing., Bierbotschafter IHK 3-Sterne-Diplom-Biersommelier. Offizieller Bierbotschafter für das Reiseland NRW

Viele Bierliebhaber möchten wissen, wo Bier herkommt und wie es gebraut wird. Was liegt also näher, als eine Brauerei zu besichtigen? Natürlich mit einer Bierprobe in von Malz- und Hopfenduft geschwängerter Luft.

Näher kommt man an den Brauprozess doch nicht ran, oder? Was wäre, wenn man selber Bier herstellen könnte, sich mal wie ein Brauer fühlen dürfte, mit allem drum und dran? Geht nicht? Geht doch! Und
ist einfacher als viele glauben. In zwei Minuten Lesezeit wissen Sie, wie es geht!

Seit immer mehr Bierliebhaber die Geschmacksvielfalt der Gerstensäfte entdeckten, ist der Trend zum Hobbybrauen ungebrochen. Eingeleitet hat diesen Trend Jean Pütz mit seiner Sendung Hobbythek.

Genau genommen ist es die Sendung Nr. 80 aus dem Jahr 1982. „Do it yourself“ heißt es seitdem in immer mehr Küchen, Garagen und Kellern, wenn mit Hilfe von Spaghettitöpfen, Einkochern und
speziellen Mini-Braukesseln teilweise ganz ungewöhnliche und kreative Sude entstehen.

Wer testweise sein erstes eigenes Bier brauen möchte, braucht keine großen Investitionen tätigen. Doch wer hier sein Hobby entdeckt, kann dank vieler Anbieter nahezu professionell aufrüsten.
Einfach drauflos brauen ist absolut sinnlos. Jeder Hobbybrauer sollte sich vorher überlegen, was er denn eigentlich brauen möchte. Ein obergäriges Bier bietet sich wegen der Gärmöglichkeit bei Kellertemperaturen und der kürzeren Lagerzeit an.

Dennoch ist der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen. Um noch mehr Spaß am Brautag zu erleben, lädt man sich bestenfalls Freunde ein, mit denen man gemeinsam am Kessel steht und rührt.
Hier ist eine Kurzanleitung zum ganz persönlichen Bierglück. Viele Zutaten bekommen Sie im Online-Handel oder beim freundlichen Brauer im Ort.

Um 20 Liter Bier herzustellen, benötigen Sie

  • einen 20 Liter fassenden Einmachtopf
  • ein Grill- oder Fleischthermometer
  • einen 20 Liter fassenden Gärbehälter
  • 20 Liter Wasser
  • 5 kg geschrotetes Malz
  • 10 bis 20 g obergärige Trockenhefe
  • 20 bis 30  g Hopfenpellets
  • Jodlösung zum Testen der Maische
  • ein Sieb
  • Bierspindel zum Messen der Stammwürze
  • Flaschen zum Abfüllen

Alle Utensilien sollten vor Verwendung abgekocht sein, um eine Verunreinigung/ Infektion des Biers zu vermeiden!

Wasser auf 55 Grad erwärmen und das gesamte Malz hineingeben. Gut umrühren und 15 Minuten bei dieser Temperatur durchwärmen. Danach für weitere 15 Minuten bei 73 Grad stehen lassen.
Danach einen Teelöffel Maische entnehmen, auf einen Teller geben und mit etwas Jodlösung beträufeln. Verfärbt sich diese rot bis gelb, erhitzt man den Topf auf 78 Grad.

Nach weiteren 10 Minuten die Maische (feste Bestandteile) absieben und die restliche (klare) Flüssigkeit eine Stunde lang kochen. 30 Minuten vor dem Ende der Kochzeit den Hopfen unter die Flüssigkeit rühren. Ist der Kochvorgang beendet, alles filtern, die Flüssigkeit in einen Gärbehälter abfüllen und über Nacht abkühlen lassen.

Nun wird die Hefe (sie sollte wie der Sud Zimmertemperatur und auf jeden Fall unter 25 Grad haben) vorsichtig auf die Oberfläche des Sudes gestreut und nach einer halben Stunde untergerührt.
Der Gärbehälter wird so verschlossen, dass weiterhin Luft an den Inhalt kommt und bei etwa 18 bis 21 Grad gelagert. Spätestens alle 24 Stunden sollte der Gärprozess überprüft werden. Zunächst bildet sich dicker Schaum, der wieder verschwunden ist, wenn die Hauptgärung beendet ist.

Die Nachgärung findet in der Flasche statt und dauert mehrere Wochen: Die ersten zehn Tage lagert man das Bier bei Zimmertemperatur, die restliche Zeit – an die 14 Tage – im Kühlschrank. Dann ist das Bier trinkfertig.

Klingt nach viel Arbeit? Ist es auch. Wer es einfacher haben möchte, besucht zunächst einen Braukurs. Die Brauerei Gleumes bietet solche Braukurse an. Mit meiner mobilen Brauanlage komme ich aber auch gerne zu Ihnen nach Hause, um Sie in die Kunst des Brauens einzuweihen.

Ob selbst gebraut oder vom örtlichen Brauer: Bier schmeckt immer!

Ein herzliches Prost,
Ihr Matthias Kliemt

Kategorie:

Bier

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Ausgabe:

31 – April 2019

Heiner Kempken (3. v.l.) übergibt den Scheck im Namen seiner Kunden an die Krefelder Tafel.

Pfandtastisch

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Stefan Kempken (links) und Marianne Wetzels (2. v.l.) übergeben 2016 gemeinsam die gespendeten Lebensmittel an die Krefelder Feuerwehr.

Mützen für den guten Zweck

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