Büffelmozzarella aus Bocholt

Familie Mölders betreibt die einzige Büffelfarm in NRW.

Wasserbüffel sind bekannt dafür, sich zu baden und zu suhlen. (Foto: Familie Mölders)
Wasserbüffel sind bekannt dafür, sich zu baden und zu suhlen. (Foto: Familie Mölders)

„Spätestens seit der ZDF-Dokusoap ‚Die Büffelranch’ (2012 – 2016) wurde in der Bevölkerung die Sympathie für die schwarzen Riesen geweckt“, erzählt Silvia Mölders, die gemeinsam mit ihrem Mann Martin eine Büffelfarm in Bocholt betreibt. Seitdem herrscht auch unabhängig von der Büffelherde reges Treiben auf der Farm; regelmäßig kommen Besuchergruppen nach Bocholt, um Familie Mölders beim Umgang mit ihren Büffeln zu beobachten.

Silvia Mölders wollte schon als Kind Bäuerin werden. Aufgewachsen ist sie da, wo sie sich jetzt mit ihrer Familie um die einzig freilebende Büffelherde NRWs kümmert: auf dem Hof Kragemann in Barlo bei Bocholt, nur zwei Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Den Namen Kragemann hat der Büffelhof übrigens von dem alten Grundstück, auf dem die Familie bis 1912 lebte, geerbt. Dieses lag an einem Waldstück, das einem Hemdkragen glich, daher „Kragemann“. Damit der Namen mit dem Umzug nicht in Vergessenheit geriet, nahm die Familie den alten Namen einfach mit zu ihrem neuen Hof, an dem sie auch heute noch beheimatet ist.

Zwischenzeitig schlug Silvia Mölders als Industrieelektronikern zwar einen etwas anderen Weg ein, doch als ihre Kinder auf die Welt kamen (mittlerweile sind es vier), widmete sie sich ganz dem Hof und der Familie – wie sie es sich schon als Kind vorgestellt hatte. Doch was fängt man mit 25 Hektarn Land an? Gemeinsam mit ihrem Mann Martin entschied sie sich im Jahr 2004 für einen ungewöhnlichen Weg. Sie beherbergten eine Herde Büffel.

Doch der Anfang war alles andere als leicht. Denn ihre erste Herde bestand ausschließlich aus den rumänischen Büffeln, die als besonders wild und wenig zutraulich gelten. Erst nach und nach wurden italienische Büffel hinzugekauft, mit denen die Familie Mölders bis heute Spaß hat.

Heute besteht die Herde aus etwa 80 Büffel. Hinzu kommen ein paar seltene Rinderrassen wie die Pinzgauerkuh oder die Jersykuh. Letztere ist übrigens aufgrund des hohen Fettgehaltes in ihrer Milch besonders für die Aufzucht von Büffelkälbern geeignet.

Natürlich dürfen auf einem idyllisch gelegenen Hof auch die Hunde, Katzen und Hühner nicht fehlen. Doch selbstverständlich hat auch hier die Familie Mölders etwas Besonderes vorzuweisen: „Um unsere Hühner an freier Luft vor Habichten zu schützen, werden sie von zwei Nandos – Tiffi und Toffi – bewacht. Das klappt nicht nur ausgezeichnet, sondern sorgt für noch mehr Abwechslung auf unserem Hof“, erzählt Silvia Mölders.

Ein typischer Tag

Sieben Uhr morgen, die Mölders stehen im Melkstand und machen das, was sonst kein anderer kann: Sie melken die Büffel. Melken lassen sich die Büffel nämlich nur von Personen, zu denen sie eine enge Beziehung haben; Fremde könnten sie nicht melken. Bemerkenswerte 150 l Milch produziert ein Büffel pro Tag, natürlich nur dann, wenn die Tiere sich wohl fühlen. Stimmt das Melk-Timing nicht, geben sie auch mal keine Milch. „Büffel sind sensibel wie ein Pferd, stur wie ein Rindvieh und treu wie ein Hund“, beschreibt Silvia Mölders ihre Tiere.

Kein Wunder, dass es daher jahrelange, aufwendige Zucht bedarf, bis die sensiblen Tiere – die übrigens bis zu 40 Jahre alt werden können – sich überhaupt melken lassen. Einen Teil der Milch wird von den Bewohnern des Hofes verzehrt – Familie Mölders, Kälbchen, Katzen, Hunde –, ein anderer Teil wird zu Käse weiterverarbeitet und im eigenen Hofladen verkauft. Dazu gleich mehr.

Nach einem „normalen“ Vollzeitjob endet der Tag dann immer da, wo er auch begonnen hat: im Melkstand.

Büffel, Rinder und Kühe

Schon auf dem Feld fallen ein paar Unterschiede zwischen Büffeln und anderen Rindern/Kühen auf. Weil die Büffel weniger Schweißdrüsen besitzen, wälzen sie sich zur Abkühlung in Pfützen – nicht ohne Grund nennt man sie also Wasserbüffel. Videos von den sich suhlenden Tieren stellt die Familie übrigens regelmäßig auf ihre Facebookseite, wo sie hundertfach angesehen und geteilt werden. Vorbeischauen lohnt sich!

Doch auch auf dem Teller lässt sich ein Unterschied feststellen. Büffelfleisch schmeckt – verglichen mit dem typischen Rindfleisch – kräftiger. Das dunkelrote Fleisch hat eine wildaromatische Note und ist vor allem bei Feinschmeckern als Delikatesse beliebt. Hinzu kommt der geringere Anteil an Cholesterin und Kalorien sowie der höhere Eiweiß- und Mineralstoff-Gehalt. Mehr als genug Gründe also, um sich einmal an dem besonderen Fleisch zu probieren.

Und jetzt sind wir endlich beim Kerngeschäft der Familie Mölders: der Büffelmozzarella. Zwar liefert der Büffelhof Kragemann die benötigte Büffelmilch, doch die Produktion der Mozarella wird – nachdem sich die Familie Mölders erfolglos an einer Produktion versuchte – bei einer befreundeten Molkerei in Denekamp in Holland durchgeführt. Hier sind extra für den Büffelkäse spezialisierte italienische Käsemacher am Werk.

Neben Büffelmozzarella stellen diese auch Ricotta oder den Frischkäse Primosale aus Büffelmilch her. Doch insbesondere die Mozzarella kann Kritiker begeistern. Der intensive Geschmack und die einmalige Konsistenz soll die Mozzarella aus Kuhmilch bei weitem übertreffen. Und auch die Inhaltsstoffe meinen es gut mit der Büffelmilch. Diese hat einen höheren Eisen-, Zink-, und Vitamin A-Gehalt als Kuhmilch.
Momentan kann Familie Mölders von der Büffelmozzarella-Produktion noch nicht leben. Doch das einmalige Produkt hat es wahrlich verdient. Und zumindestens medial ist die sympathische Familie auf einem guten Weg. Im Juni 2019 stand schon zum zweiten mal ein Kamerateam vom WDR für die Sendung „Land und Lecker“ auf dem Kragemann-Hof. Was dabei rausgekommen ist, kann man am 12. August 2019 um 20:15 Uhr auf WDR verfolgen.

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